Die Rekascher Pfarrkirche (7)
 (nach Dr. Josef Stitzl)

1740 hatte man an der Stelle, wo man die Ruinen einer alten Kirche entdeckt hatte, ein Bethaus aus Holz errichtet. Die katholischen Verstorbenen wurden auch noch vier Jahre nach der Errichtung dieser Holzkirche um diesen Bau beerdigt. In dieser Kirche aus Holz ist 1769 der Franziskaner Pater Joannes Friesin zwischen den Altären, die zu Ehren des Hl. Kreuzes und der Hl. Theresia errichtet wurden, bestattet worden.

1769, nachdem Pfarrer Georg Palczer die Rekascher Pfarrei übernommen hatte, begann man unter dessen Führung mit dem Bau einer neuen Kirche. Um die für die Kirche nötigen finanziellen Mitteln anzuschaffen, erhielt der Pfarrer 1771 die Erlaubnis, unter den Gläubigen Wein zu sammeln. Die „alte Kirche", wie sie nach der Errichtung des heutigen Gotteshauses genannt wurde, ist dem Hl. Johannes von Nepomuk geweiht worden. 1850 hatte man für 1.200 Gulden eine Orgel vom Temeschburger Orgelbauer Johann Josefi anfertigen lassen. 1853 ist das Pfarrhaus repariert und erweitert worden, die Arbeiten kosteten 4.000 Gulden. 1855 schaffte Pfarrer Karl Ruzsinszky einen Kelch aus Chinasilber an, wofür er 105 Gulden im Kreise seiner Bekannten sammelte.

Am 16. März 1855 erteilte in dieser Kirche der Tschanader Bischof Alexander Csajaghy die Hl. Kommunion. Im September desselben Jahres hielt sich einige Minuten der Wiener päpstliche Nuntius und Prälat Viale in der Rekascher Kirche auf, wo er das Volk segnete.

Ebenfalls im Jahre 1855 ließ man das Kirchenschiff mit Würfelsteinen belegen und gleichzeitig wurden neue Bänke angeschafft. Im Herbst 1857 wurde die Kirche innen renoviert, die Wände vom Temeschburger Maler Johann Hoffmann ausgemalt, die Altäre, Kanzel und die Beichtstühle wurden angestrichen und teilweise vergoldet. Es wurden auch zwei Fahnen gekauft, die vom Jezviner griechisch-katholischen Pfarrer bemalt wurden. Er versilberte zugleich auch die Kerzenbehälter des Hauptaltars. Da im selben Jahr 1857 die Rekascher Kameralgüter von der Wiener Nationalbank aufgekauft wurden, überging auch die Rekascher Kirche in den Besitz dieser Bank. Diese veranlasste schon im nächsten Jahr die äußere Renovierung der Kirche. 1861 erhielt der Kirchturm ein neues Dach, und das Kreuz wurde vergoldet, was zusammen 593 Gulden und 52 Kreuzer kostete. In der renovierten Kirche wurden dann 1.145 Gläubige aus Rekasch und Brestowatz vom Bischof Alexander Bonnaz gefirmt. 1862 spendeten die Mitglieder der Pfarrgemeinde 179 Gulden für die Anschaffung einer tragbaren Marien-Statue, die am 3. August eingeweiht und den Marien-Mädchen übergeben wurde. Die Spenden wurden von Katharina König, Theresia Siebert, Anna Heier, Anna Tasch und Margarethe Türbach eingesammelt. 1867 ist die Glocke unbrauchbar geworden und musste darum für 74 Gulden neu gegossen werden. 1869 hatte man auch das Holzkreuz vor der Kirche erneuert, das dazugehörende Bild des Heilands malte der griechisch-katholische Jezviner Lehrer Georg Murgu. 1871 folgte die Reparatur der Orgel, die vom Marienfelder Ascher durchgeführt wurde. Zugleich hatte man auch ein neues Messgewand aus Lyoner Seide anfertigen lassen.

Trotz all dieser Bemühungen der Kirchengemeinde war die Kirche bald wieder baufällig. Im März 1914 begann man mit dem Bau einer neuen, der heutigen Rekascher Kirche, die ihren Platz neben der alten bekam. Sie wurde 1918 fertig und im selben Jahr am Gründonnerstag konsekriert. Den Plan fertigte der Ingenieur Gustav Csern an, Baumeister war der Lugoscher Johann Pongrácz, und die Arbeiten leitete der Arader Ingenieur Anton Korodi. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 150.000 Kronen. Das Kameralamt trug mit 100.000 Kronen bei, und den Rest brachte die Gemeinde auf.

Der letzte Gottesdienst wurde in der alten Kirche von Dechantpfarrer J. Koleszar am Tag nach Aschermittwoch zelebriert. Nachher wurden alle Kerzen, außer den drei am Hochaltar gelöscht, und aus den größeren Säulen schlug der Pfarrer Ziegel mit dem Hammer heraus. Nach dem deutschen, ungarischen und schokazischen „Vater unser" löschte der Pfarrer die letzten Kerzen. Das ewige Licht und das Hl. Sakrament wurden in die neue Kirche getragen. Die alte Kirche wurde anfangs nur teilweise abgetragen, da der Turm mit den Glocken noch eine Zeitlang erhalten blieb. Man vermutet, dass einige Fotos mit der alten Kirche bei Rekascher Landsleuten noch vorhanden sind.

In den ersten Jahren nach der Konsekration stellte man dank des Pfarrers Rudolf Denk einen aus Kunstmarmor angefertigten Altar auf. Eine Spende von einem in den USA ausgewanderten, Trifon, ermöglichte die Errichtung einer Kommunionsbank aus Kunstmarmor, die aber zur Zeit in der Kirche nicht mehr vorhanden ist. Der Rekascher Sportklub, dessen Präses Dr. Josef Stitzl war, spendete in jener Zeit zwei Weihwasserständer. In den nächsten Jahren sind auch eine neue Orgel und neu Bänke angeschafft worden. Bemerkenswert ist aber die rätselhafte Ersetzung in den '60-er oder '70-er Jahren der schönen Kristallüster durch einfache Straßenleuchten mit Quecksilberdampf. In den letzten Jahren ist aber unter der Leitung des Pfarrers Josef Schulz für die Instandsetzung der Kirche unter den dortigen Bedingungen sehr viel gemacht worden. Trotzdem ist eine gründliche Renovierung der Kirche (die schon längst fällig ist) nur durch eine in Deutschland eingeleiteten Spendeaktion unter den ausgewanderten Rekascher Landsleuten möglich, da in der alten Heimat die Not viel zu groß ist.. Der Heimatkirche gebührt doch wohl ein kleines Opfer aus dem Wohlstand ihrer gewesenen und nun in Deutschland lebenden Pfarrkinder.

Oktober 1989                                                                                                                        Anton Zollner
 

Anm. d. Verf. - Dezember 1999: Spenden für die Instandhaltung der Kirche sind auf folgendes Konto einzuzahlen:
Josef Beck (HOG Rekasch) - Konto-Nr. 2 37 19 bei der Kreissparkasse Reutlingen
BLZ 640 500 00 - Verwendungszweck: Instandhaltung der Rekascher Kirche.

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