Aus der Geschichte der Rekascher Pfarrei-1 (5)

- Die Franziskaner -

Dank der Ermittlungen Dr. Josef Stitzls kann man heute bis zur Entstehung der Rekascher Pfarrei zurückblicken. Er hatte festgestellt, dass in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, falls Rykas (Rekasch) überhaupt bewohnt gewesen war, hier keine Katholiken lebten. Dies ist aus dem in Rom befindlichen päpstlichen Zehntregister zu erkennen, in der Rykas nicht verzeichnet ist.

1376 gründete Nikolaus von Garay zugunsten des Franziskaner-Ordens ein Kloster in Cheri (auch Chery), einer kleinen Siedlung südwestlich vom heutigen Rekasch. Das Volk, das, wie schon bekannt, aus Slawen bestand, nannte die Patres „Cheri-Brüder". Sie stammten aus Bulgarien und Bosnien und hatten den Auftrag, die Bevölkerung der Gegend zum Katholizismus zu bekehren. Dafür gab ihnen Papst Urban VI. 1378 gewisse Ablässe und Stiftungen. Es ist bekannt, dass der „Cheri-Bruder" Nikolaus 1392 Pfarrer der Pfarrei Cheri war, und dass diese dem Oberdekanat Sebesch angehörte. Im selben Jahr hatte auch Reukas (Rekasch) schon eine Pfarrei, und als deren Pfarrer ist Jakob verzeichnet. 1422 versah Demetrius das Amt des Pfarrers.

Aus der Türkenzeit weiß Dr. Stitzl nur zu berichten, dass 1650 der bulgarische Franziskaner Gabriel Thomasi der Kongregation nach Rom meldete, dass in Lippa, Karansebesch, Lugosch und Rikass (Rekasch) keine Pfarrer mehr seien.

Laut Dr. Stitzl soll aus dem Schematismus der Tschanader Diözese zu erkennen sein, dass 1721 Rikass wieder eine Pfarrei hatte. Die Seelsorge ist wieder von den Franziskaner übernommen worden. Der Beweis der Existenz dieser Pfarrei soll aber nur ein Kelch sein, auf der folgende Inschrift eingraviert war: „Johannes Vuketich Donavit Ecclie Recasiesi anno 1722". Die deutsche Übersetzung lautet: „Gespendet der Rekascher Kirche im Jahre 1722 von Johann Vuketich", was aber meines Erachtens nur die Existenz einer Kirche und nicht einer Pfarrei beweist. Dr. Stitzl behauptete 1924, dass „noch in der letzten Zeit ... in der hiesigen röm.-kath. Kirche ... (dieser) Kelch im Gebrauch" war. Da stellt sich die Frage: Wohin und wie ist dieser wertvolle Kelch nach dem 1. Weltkrieg verschwunden?

Auch nach 1740, als man die heutige Ortschaft Rekasch erbaute, waren die Franziskaner für die Seelsorge der katholischen Gläubigen verantwortlich. Man wollte hier sogar ein Ordenshaus errichten, aber die Ordensbrüder widersetzten sich diesem Vorhaben; sie wollten sich in unruhigen Zeiten nicht außerhalb der Temeschburger Festungsmauern befinden. Da hier erst 1740 die Matrikelbücher eingeführt wurden, nehmen andere Autoren an, dass die Rekascher Pfarrei erst in diesem Jahr gegründet worden ist.

Bischof Nikolaus Stanislavich gedachte laut Hofverordnung, die Rekascher Pfarrei mit weltlichen Priestern zu besetzen. Der Pfarrer sollte Deutscher sein und der Kaplan ein Illyrer (Schokaz), damit auch die Seelsorge der Illyrer gesichert sei. Es kam aber nicht soweit, und die Franziskaner betreuten die Rekascher Gläubigen bis 1769, danach nur aushilfsweise. Zu ihnen zählten folgende Franziskaner, aber auch Bernhardiner Patres: Josef Svajchoffer 1740-1743 - inzwischen Martin Wolph und Stefan Tersich 1742 -, Andrea Pajoscuovich 1743, der Prager Bernhardiner Schleichart 1745, Jeromos Paulovich 1750-1753 - inzwischen Gaspar Cotich 1752 -, Hieronym Gyurich, abermals Jeromos Paulovich und Stanislaus Losgott 1754, Josefus Schwaighoffer (ist er identisch mit Josef Svajchoffer?) 1755, Szucsaonszky (als Aushilfe) 1756, die Belgrader Ambrus Simocs und Ludovic Seidl 1757, Laurenz Rubics und Florian aus Radna 1758, Dyonisius aus Buda und Franziskus aus Baja 1760, Jakobus Olovesich, Bernhard Kleiner und Rastler 1762, E. Sclunszky und Lukas Preisch 1764, abermals Schleichart 1766-1768 - inzwischen Frater Ambrosius Zomborlich 1767 -, Frater Ladislaus Alberts 1768. Joannes Friesin und der Temeschburger Minorit Barnabas Cron waren 1769 die letzten zwei Franziskaner in der Rekascher Pfarrgeschichte. Pater Friesin starb noch im selben Jahr und wurde in der damaligen alten Rekascher Kirche bestattet.

Die Franziskaner begleiteten ihre Gläubigen auch auf ihrem Pilgerweg zum schon damals bekannten Wallfahrtsort Maria-Radna. Aus jener Zeit ist auch bekannt, dass 1766 Johann Jakoby in Rekasch Kantor war. Zur Rekascher Kirchengemeinde gehörten damals auch die Katholiken aus den rumänischen Ortschaften Bazos, Topolovat, Remetea und Ianova. Die Pfarrei gehörte seit 1742 dem Deschanat Deutsch-Sankt-Peter an, ab 1746 dem von Neu-Arad, und 1762 wurde sie dem neugegründeten Neu-Beschenowaer Deschanat zugeteilt.

In der Zeit der Franziskaner ist die Pfarrei auch von prominenten Gästen besucht worden. 1759 ist die Pfarrei vom Domherr Matthias Clwagha kontrolliert worden. 1760 hielt sich hier der Temeschburger Theologieprofessor Pater Eugen auf. 1763 besuchte Domherr Jakobus Sorgentrag die Pfarrei, und am 25. Mai 1767 weilte sogar der Tschanader Bischof Franz Anton Engel von Wagrain hier.

Am 1. November 1769 übernahm der erste weltliche Priester Georg Palczer die Rekascher Pfarrei, während die Franziskaner die Ortschaft endgültig verließen. Nur gelegentlich fand man sie noch hier. Dies war 1770 und 1782 der Fall, als Pater Leopold Salzow bzw. Friedelin und Ignatz Gold als Aushilfen in Rekasch weilten.

Dezember 1989                                                                                                             Anton Zollner

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