Ihr Lehrerberuf begann und endete in Rekasch

Lehrerin zu werden, war für die heutige Jubilarin der schönste Traum ihrer Kindheit gewesen. Barbara Peppel, die mit Mädchennamen Storch hieß, wurde am 8. Juli 1925 in Temeschburg geboren. Nachdem Puppen und Nachbarkinder als ihre „Schüler“ herhalten mussten, kam 1940 die Zeit, in der sie sich in der Temeschburger Lehrerbildungsanstalt zu einer „richtigen“ Lehrerin ausbilden ließ. Doch nach dem Abschluss ihrer Ausbildung kam sie nicht als Lehrerin in die Schule, sondern als Deportierte in die Sowjetunion, wo sie fünf Jahre lang als Volksdeutsche für die „Sünden“ des Mutterlandes büßen musste. Nach ihrer Heimkehr im Jahre 1949, bekam die Jubilarin im November jenes Jahres ihre Ernennung als Lehrerin in der ein Jahr zuvor wiederentstandenen deutschen „Elementarschule“ aus Rekasch. Diese bestand aus vier Grundschulklassen und einer dreijährigen Gymnasialstufe. Kurz danach heiratete sie Viktor Peppel, der aber schon 1966 frühzeitig verstorben ist, wodurch sie ihre Söhne Viktor und Günther allein erziehen musste.

Das Berufsleben in der Rekascher Schule begann für die junge Lehrerin mit Schwierigkeiten, vor allem wegen der fünfjährigen Unterbrechung zwischen der Ausbildung und den ersten  Unterrichtsstunden. In den fünf in der Sowjetunion verbrachten Jahren musste sie vor allem um das Überleben kämpfen, an das Lesen konnte man nicht einmal denken. Dazu kam noch die Schwierigkeit mit der Gewissensfrage, von der die Mehrheit der Lehrer im Kommunismus betroffen waren. Ihre dienstliche Pflicht war vor allem die Erziehung der deutschen Schüler im Sinne des kommunistischen Regimes. Die Kulturtätigkeit der deutschen Bevölkerung durfte auch in der Muttersprache stattfinden, aber inhaltlich musste sie dem Aufbau des Sozialismus dienen. In dieser schwierigen Lage bemühte sich die Jubilarin nicht nur um die charakterliche Erziehung ihrer Zöglinge, sondern auch um die Bildung des Bewusstseins der Zugehörigkeit zur deutschen Kultur. Sie hat 31 Jahre lang vielen Generationen nicht nur die deutsche Muttersprache gelehrt, sondern auch die Liebe zum deutschen Brauchtum. Eben dank dieser Einstellung ihrer Lehrerin haben ihre einstigen Schüler bei ihrer Ankunft in Deutschland keine Eingliederungsschwierigkeiten gehabt. Sie beherrschten die deutsche Sprache mündlich und schriftlich, wie auch die deutschen Sitten und Bräuche, kurz gefasst die deutsche Kultur. Barbara Peppel gebührt für diese Leistungen und für ihre Mühen in Dienste der Rekascher Deutschen ein besonderer Dank und Anerkennung.

Barbara Peppel beendete ihre berufliche Laufbahn 1980 in derselben Schule, in der sie 1949 ihre erste Unterrichtsstunde hielt. Nach ihrer Pensionierung wanderte auch sie, wie viele ihrer einstigen Schüler, nach Deutschland aus. Sie genießt nun ihren wohlverdienten Ruhestand in Karlsruhe, wo auch die meisten Rekascher leben. An ihrem 80. Geburtstag denken ihre einstigen Schüler mit Dankbarkeit an ihre geliebte Lehrerin und wünschen ihr viel Gesundheit und noch viele glückliche Jahre.

Juli 2005                                                                                                         Die einstige Schülerin
                                                                                                                        Gerlinde Hengelmann (verh. Bedö)