Wie lange müssen wir noch auf die Gerechtigkeit warten?

Nachdem die Bundesrepublik Deutschland als Nachfolgerstaat des Dritten Reiches den verschiedensten Opfern des NS-Regimes Entschädigungen in Hülle und Fülle gezahlt hat, stellten nun 55 Jahre nach Kriegsende auch Juden und Zwangsarbeiter aus den gewesenen Ostblockstaaten ähnliche Forderungen. Interessant ist nur die aus dem Fernseher bekanntgewordene Tatsache, daß diese Ansprüche nun auch aus Rumänien kommen, also aus dem Land, das seine Juden Berlin nicht ausgeliefert hatte, dafür aber alle arbeitsfähige Volksdeutsche zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppen ließ.

Zehn Milliarden DM sollen diesmal je zur Hälfte vom deutschen Staat (also vom Steuerzahler) und von der deutschen Wirtschaft hingeblättert werden, von denen aber ein Viertel in die Taschen dubioser Anwälte fließen sollen. Auf die Rechtmäßigkeit und auf den Zeitpunkt dieser Forderungen möchte ich nicht näher eingehen, da dies nicht mein Fachgebiet ist. Ich stelle aber die Frage: Sollte man nicht doch einmal auch einen gerechteren Ausgleich anstreben?

Man darf doch nicht vergessen, daß es neben den vielen in Deutschland verpflichteten Zwangsarbeitern auch Hunderttausende von deutschen Zivilpersonen gab, die als Sklaven unter viel schlimmeren Bedingungen als die Zwangsarbeiter Deutschlands viele Jahre hindurch in Polen, in der Tschechoslowakei, in Jugoslawien und besonders in der Sowjetunion noch schlimmer als das Vieh behandelt und zur Verrichtung von schwerster Arbeit verpflichtet wurden. Neben den Männern mußten Tausende von 17- und 18-jährige Mädchen in den Bergwerken der Ukraine ohne entsprechende Ernährung schuften. Wer hatte diesen Menschen in den Medien mal Beachtung geschenkt? Sie hatten ganz bestimmt ein viel schlimmeres Unrecht erleiden müssen als die Zwangsarbeiter, über die heutzutage alle Massenmedien ununterbrochen berichten.

Aber schließlich und endlich, warum müssen nun (schon wieder) die Deutschen die fremden Zwangsarbeiter, die eine starke Lobby hinter sich haben, entschädigen? Die Staaten, deren Staatsbürger sie sind, haben schon seit langem das Vielfache der fälligen Entschädigungen von den Unschuldigsten des deutschen Volkes kassiert. Das gesamte Hab und Gut der vertriebenen Ostdeutschen und der Volksdeutschen aus Jugoslawien, Ungarn und Rumänien wurde vom jeweiligen Staat schamlos enteignet. Danach hatte man sie nur mit dem, was sie bei sich hatten, aus ihrer Heimat vertrieben. Es gab gar nicht so viele Zwangsarbeiter, wie man mit den zurückgebliebenen Gütern in Fülle entschädigen hätte können. Und die deutsche Industrie und Wirtschaft, die Zwangsarbeiter beschäftigte, lag 1945 am Boden zerstört von den späteren Siegermächten; was aber doch noch übrig geblieben war, ist abmontiert und als Kriegsbeute abgeschleppt worden. Alles, was heute in Deutschland steht, ist von den Deutschen selbst wieder aufgebaut worden.

Was sagt nun das Mutterland, die Schutzmacht aller Deutschen? Nichts! Ganz einfach, absolut NICHTS!!! Es ist sogar bereit, jetzt den Kindern und Enkeln der einst völlig enteigneten deutschen Zwangsarbeiter in die Tasche zu greifen, um wieder als eine Wohltätigkeitsanstalt gegenüber den ausländischen Medien (und nicht nur dieser!) aufzutreten.

Es ist nun aber höchste Zeit, dieselben Entschädigungen auch im Interesse der Volksdeutschen und Vertriebenen einzufordern. Auch von den etwa 125.000 Donbass-Sklaven, die fünf Jahre lang untertags in deutschem Namen schuften mußten, sind nur noch wenige am Leben, und auch ihre Zahl sinkt täglich. Eben darum hat die Bundesrepublik Deutschland diesen Menschen gegenüber die heilige Pflicht, sich für deren Entschädigung genau so einzusetzen, wie sie dies zur Zeit für fremde Zwangsarbeiter tut.

Es ist aber höchste Zeit, daß auch die Landsmannschaften der Vertriebenen und der Volksdeutschen sich ihrer Pflicht gegenüber derer, die sie hierzulande vertreten, stellen. Sie müssen sich jetzt endlich für die Interessen ihrer Schützlinge einsetzen, wenn es um die Vertretung derer Rechte geht. Wir erwarten, daß sie uns zu gemeinsamen öffentlichen Demonstrationen aufrufen. Die Welt und vor allem Deutschland muß endlich auch das an unsere Eltern und Großeltern verübte Unrecht zur Kenntnis nehmen. Sollten die etablierten Parteien (einigermaßen mit Ausnahme der CSU) unsere elementarsten Rechte auch weiterhin mißachten, so werden wir gezwungen sein, uns zweimal zu überlegen, wem wir bei den nächsten Wahlen unser Vertrauen schenken werden.

Mai 2000                                                                                                               Anton Zollner