DURCH GEWESENE DEUTSCHE DÖRFER DES ARADER GEBIETS (1)
G l o g o w a t z

Am nördlichen Maroschufer, etwa 7 km östlich von Arad, liegt die einst fast rein deutsche Ortschaft Glogowatz (rum.: Glogovat; ung.: Öthalom; heute: Vladimirescu). Der Ort wird sowohl von der Landstraße DN 7 Nadlak – Arad – Deva - Hermannstadt (die zugleich Teil der Europastraße E-68 Szeged – Arad – Deva – Kronstadt ist) als auch von der Strecke der historischen „Elektrischen“ Arad – Gyorok – Pankota durchquert. Auf dieser Strecke verkehren aber heute statt den Zügen der „Elektrischen“ die städtischen Straßenbahnen aus Arad. Nördlich von Glogowatz verläuft die Eisenbahnstrecke Arad – Deva – Bukarest. In der Nähe des Dorfes erheben sich fünf künstlich errichtete Hügel, deren Entstehung aber nicht bekannt ist. Sie gaben der Gemeinde den ungarischen Namen Öthalom (Fünfhügeln). Der deutsche und rumänische Ortsnamen hat einen slawischen Ursprung, der wahrscheinlich am Anfang des 17. Jahrhunderts von den serbischen Soldaten der österreichischen Militärgrenze dem Grenzort gegeben wurde. Der heutige amtliche Ortsnamen Vladimirescu ist dem deutschen Dorf 1948 gegeben worden. Im Mittelalter befand sich auf dem Boden der heutigen Gemeinde die Erdfestung Orod, die 1241 von den Tataren zerstört wurde. Die spätere Arader Festung soll der Ersatz für Orod geworden sein.

Die Ansiedlung der Deutschen in Glogowatz wurde nicht wie im Banat  vom Wiener Hof, sondern von der ungarischen Gutsherrschaft betrieben. Laut Dr. Hans Gehl soll nach Angaben des Historikers M. Márki der Großpächter der Arader Kameralgüter, Michael Lovász von Eötvenes, 1724 die ersten 16 deutsche Familien angesiedelt haben. Laut Karl Kraushaar soll 1750 das „praedium“ Battonicsa an Glogowatz angeschlossen worden sein. 1756 siedelte Lovász von Eötvenes weitere 24 Familien aus Franken an; die Einwohnerzahl belief sich danach auf etwa 200 Personen. Um auch hier die Homogenisierung der Bevölkerung durchzuführen, ist die serbische und rumänische Bevölkerung in eine rumänische Ortschaft umgesiedelt worden. So konnten dann hier von 1765 bis 1771 167 deutsche Familien angesiedelt werden, wodurch sich die Einwohnerzahl auf 840 erhöhte.

Von 1756 bis 1765 bildeten die katholischen Gläubigen eine Filiale der Arader Pfarrei. Schon 1756 ist im Ort eine der Hl. Apollonia geweihte Kapelle errichtet worden. Nachdem 1765 die Pfarrei gegründet wurde, erbaute man zwei Jahre später eine Kirche, die man dem Hl. Johann von Nepomuk weihte. Die Kirchenmatrikelbücher sind im Jahre 1770 eingeführt worden. 1865 ist die Kirche zusammen mit vielen Häusern einem Brand zum Opfer gefallen. Die Ruinen des Gotteshauses sind erst 1886 abgerissen worden, um an deren Stelle die heutige Kirche zu errichten. Laut Luzian Geier ist in Glogowatz erst 1766 die erste Schule eingerichtet worden, die bis 1941 eine römisch-katholische Konfessionsschule blieb.

Im Jahre 1880 hatten die 2.966 Deutschen einen Bevölkerungsanteil von 81 Prozent; sie lebten damals neben 476 Rumänen, 72 Ungarn und 133 Sonstigen. Im Jahre 1900 zählte man schon 4.076 Deutsche, die einen Bevölkerungsanteil von 88 Prozent einnahmen. 1930 bestand die Bevölkerung Glogowatz’s aus 3.882 Deutschen, 487 Rumänen, 84 Ungarn und 10 Sonstigen. Bis 1940 erreichte die Zahl der Deutschen mit 4.324 ihren höchsten Stand, um bis 1966 auf 4.070 zu sinken, was einem Bevölkerungsanteil von 69 Prozent entspricht. Die Zahl der Rumänen war zugleich auf 1.830 gestiegen und die der Ungarn auf 20 gesunken. 1977 bestand die Bevölkerung der Ortschaft noch immer aus 3.838 Deutschen, die neben 3.568 Rumänen, 221 Ungarn, 61 Zigeunern und 35 Sonstigen lebten. Bei der Volkszählung von 1992 bekannten sich von den auf 5.559 Seelen gesunkenen Einwohnerzahl nur noch 299 Personen zum Deutschtum; gestiegen ist nur die Zahl der Rumänen auf 4.885 und die der Ungarn auf 292. Laut Angaben der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Glogowatz waren bis Februar 1996 lediglich 119 Deutsche im Heimatdorf verblieben. Im zur Gemeinde Glogowatz gehörenden Dorf Mândruloc (ung.: Mondorlak) ließen sich 1940  10 Personen als deutsche Volkszugehörige registrieren. Weitere Daten sind dem Autor nicht bekannt.

Über das heutige Deutschtum in Glogowatz wird in der Presselandschaft Rumäniens kaum noch berichtet. Lediglich die „Banater Zeitung“ (BZ – eine Beilage der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien – ADZ) berichtete in den letzten 10 Jahren viermal über das Leben der „Daheimgebliebenen“. Im Februar 1990 ist auch hier das Ortsforum der Deutschen gegründet worden. Zu dessen Vorsitzenden wurde die Lehrerin Renate Weber gewählt. Vorstandsmitglieder waren damals Nikolaus Maus, Franz Wunderlich, Johann Müller und Johann Volker. Der Forumssitz ist in einem Abstellraum des Bürgermeisteramtes von den Mitgliedern  selbst eingerichtet worden. Mit Hilfe der Banater Stiftung für Internationale Zusammenarbeit ist das Forum mit einem Fernsehgerät und einem Videorecorder ausgestattet worden. Die Bücher der Bibliothek wurden vom gewesenen Lehrer aus Saderlach, Anton Wild, gestiftet und das Bücherregal ist von den Vorstandsmitgliedern Maus und Wunderlich angefertigt worden. Das Ortsforum verfügt auch über Kirchweihtrachten für 12, Paare und Anton Dörner wollte auch eine Blaskapelle gründen. Regelmäßig fanden Kaffeenachmittage, aber auch Kathrein- und Weihnachtsfeiern statt. Im Februar 1994 hatte das Ortsforum 160 Mitglieder, in der Mehrheit Glogowatzer, die den Rest der einstigen deutschen Dorfgemeinschaft erhalten wollten. Zu diesen gehörte damals auch der Ortspfarrer und Domherr Franz Pettla. Unter den Mitgliedern befanden sich aber auch Sympathisanten aus den Reihen anderer Volkszugehörigen.

Am Pfingsten des Jahres 1994 wurde in Glogowatz seit 1990 das erste Kirchweihfest gefeiert. Veranstalter des Festes war das Ortsforum, unterstützt vom Gemeinderat und vom Bürgermeister Ioan Dantos (oder Pantos?). Der Kirchweihzug bestand  aus 12 Trachtenpaaren: Daniela Dragos mit Gerhard Scherer als Vortänzerpaar, Piroska Karácsony mit Jakob Pflaumer, Angela Amar mit Alin Mot (aus Neu-Arad), Andrea Lung mit Remus Dobre, Diana Scherer mit László Karácsony, Loredana Crisan mit Lucian Trif (aus Neu-Arad), Csilla Dezsi mit Traian Bodnarescu, Rosemarie Oancea mit Alfred Dumelle, Christine Oancea mit Nicolae Popi, Renate Oancea mit Mihai Tirosneac und Erika Karácsony mit Marius Peia. Als Ehrengäste hatte man den deutschen Konsul aus Temeschburg, Uwe Zorn und seinen Vize Werner Pflanz eingeladen. Zu den Sponsoren des Festes gehörten die HOG Glogowatz, deren Vorsitzender damals Anton Dumelle war, und fünf Firmen, von denen ein Teil deutsche Inhaber hatten.

Die „Glogowatzer Kirweih“ begann schon am Samstag mit der Aufstellung des 24 Meter hohen Kirchweihbaums, dessen Astkrone mit Bändern und der Stamm mit einer Girlande aus Pfingstrosen geschmückt war. Am Sonntagmorgen begleitete Anton Dörners 11-Mann-Kapelle den Kirchweihzug zur Kirche, wo Dechant Franz Pettla den Festgottesdienst zelebrierte. Die Kirchweihmädchen waren in der „Kerchetracht“ gekleidet: vier gestärkte Unterröcke, „Kittl“ und „Joppl“ aus grüner oder blauer Brokatseide, schwarzes „Firtuch“ und hellblauer „Schlupf“. Die „Buwe“ trugen die übliche schwarze Hose, weißes Hemd, das traditionelle „Leiwl“ und dazu die von Horst Simon geschmückten Hüte. Am Nachmittag marschierte der Trachtenzug zum Festplatz, die Mädchen trugen aber diesmal die Glogowatzer Kirchweihtracht: über die Unterröcke zog man den weißen Spitzenrock, dazu das rosa Leibchen, die Schürze aus weißer Spitze und das Halstuch. In Glogowatz wurde schon immer statt dem üblichen Rosmareinstrauß der „Bock“ – eigentlich ein schwarzes Lamm – verlost, der diesmal von Sava Dobre für das Vortänzerpaar gewonnen wurde. Das traditionelle Fest klang schließlich mit einem „Kirweihball“ aus.

Das nächste Kirchweihfest, das bis heute das letzte war, fand am Pfingsten 1997 statt, als auch das 110. Jubiläumsfest der Kirche gefeiert wurde. Veranstalter waren diesmal das Ortsforum der Deutschen und der Arbeitskreis „Banat-JA“ e. V. aus Rumänien. Gesponsert haben das Fest zehn Glogowatzer Firmen. Zu den Ehrengästen gehörten diesmal Vertreter mehrere Glogowatzer, Arader und Temeschburger Behörden und Verbänden. Zum Kirchweihzug gehörten 12 in Kirchentracht gekleidete Paare, wie auch 8 Paare in der Neu-Arader Kirchweihtracht. Das Vortänzerpaar bestand aus Emese Solyom und Remus Dobre. Am Samstag stellte die Jugend den 22 Meter hohen Kirchweihbaum auf. Am Sonntagmorgen marschierten die 20 Kirchweihpaare unter den Klängen der von Mihai Sidor geleiteten Nadlaker Blaskapelle zur Kirche, wo der Ortspfarrer, Dechant und Domherr Franz Pettla den Festgottesdienst in deutscher und ungarischer Sprache zelebrierte. Danach hatte man den Ortspfarrer und den Bürgermeister Virgil Hornariu zum Fest eingeladen. Leider ist währenddessen ein Gewitter über der Gemeinde aufgezogen, aber die Anwesenden ließen sich die gute Laune nicht verderben. Am Nachmittag wechselten die Mädchen die Kirchgangskleidung mit der Kirchweihtracht. Am Festplatz wurden die Gäste von Horst Simon in deutscher und von Remus Dobre in rumänischer Sprache begrüßt. Am Abend kam es zur „Bockverlosung“, wonach der Kirchweihball das Fest beendete.

Wie aus einer Aussage des derzeitigen Bürgermeisters Ioan Pantos zu erkennen ist, wünschte sich dieser im April 2002, dass in Glogowatz „nach sechsjähriger Unterbrechung endlich wieder das traditionelle Kirchweihfest gefeiert werden sollte“. Er beklagte auch, dass nach dem Ableben der Forumsvorsitzenden Renate Bonta-Weber das Ortsforum seine Tätigkeit „aufgelöst“ hat. Er beabsichtigte eine „Kirweih“ sogar mit auswärtiger Hilfe, und zwar mit der des Arader Forums der Deutschen zu veranstalten. Da es im Ort keine deutsche Jugend mehr gibt, schlug er vor, die „Kirweih“ mit der Hilfe  der Jugendlichen anderer Volkszugehörigkeit zustande kommen zu lassen. Das Gemeindeoberhaupt versprach sogar, die Protokollkosten vom Bürgermeisteramt zu übernehmen. Ebenso wollte er auch für eine Blasmusikkapelle sorgen. Aus der Presse konnte man nicht mehr erfahren, ob es Pantos gelungen ist sein Vorhaben im laufenden Jahr zu verwirklichen.

Über das heutige Wirtschaftsleben in Glogowatz kann man laut Arader Pressemeldungen (in den Zeitungen „Adevarul“ – Die Wahrheit – und „Observator aradean“ – Arader Beobachter) nichts Erfreuliches berichten. Bekanntlich begann man hier 1972 mit der Errichtung des Düngemittel-Kombinats, dem größten Investitionsobjekt Rumäniens in jener Zeiten. Das Kombinat, das 1977 in Betrieb ging, konnte später mit seiner Jahresproduktion von 500.000 Tonnen Düngemittel den gesamten Bedarf West-Rumäniens decken. Doch die Hälfte der Jahresproduktion exportierte man, und dadurch konnte man jährlich Deviseneinnahmen in Höhe von 50 Millionen US-Dollar sichern. Am 1. November 1990, also kurz nach dem Sturz Ceausescus, wurde auch das „Kombinat von Vladimirescu“, wie so viele andere Mammutbetriebe aus der „goldenen Epoche“ stillgelegt. Man beschäftigte aber von den 2.300 Arbeitnehmern eine Zeit lang noch immer 1.610 beim Aufräumen und bei der Konservierung der Anlagen. Aber schon im nächsten Jahr verloren weitere 1.000 Personen ihren Arbeitsplatz. Die meisten von ihnen fanden bald eine Beschäftigung bei einem neuen Wärmekraftwerk. Eine Wiederaufnahme der Düngemittelproduktion kam wegen des hohen Verbrauchs an Erdgas nicht mehr in Frage, und so beauftragte man 1996 die amerikanische Firma „Universal Process Equipment Roosevelt“, die Anlagen zu demontieren und zu verkaufen. Dazu kam es aber erst im Jahre 2000, als Teile des einstigen „Kunstwerks der Akademikerin mit vier Grundschulklassen“ in Deutschland und in Italien verkauft wurden. Das „Kombinat“ selbst blieb aber trotzdem unter der Leitung des Direktors Dipl.-Ing. Vasile Bota weiter erhalten. Doch statt zu produzieren, beschäftigte man sich mit dem Handel von Düngemitteln, Pestiziden und ... Dieselöl. Zugleich wurden die leergewordenen Produktionshallen an etwa 50 Interessenten verpachtet. Was danach noch übrig geblieben ist, spaltete man auf 20 Teile und bot sie zum Verkauf an. Nachdem von diesen, 17 „Aktiven“ verkauft waren, reduzierte sich der Wert der „ARCHIM“ AG (wie der einstige „Stolz der sozialistischen Industrie“ jetzt heißt) von 185 auf nur noch 1 Milliarde Lei (Stand: November 2000).

Während der zehn „Übergangsjahre“ nach der sogenannten „Revolution“ hat auch die Glogowatzer Bevölkerung den Mut und die Hoffnung verloren. Der Veterinärtechniker Gheorghe Caraba zog schon 1991 nach Amerika, um dort Geld für die Gründung einer Viehfarm im Heimatort zu erarbeiten. 1993 kehrte er in die Heimat zurück und kaufte hier 350 Schafe, 5 Kühe und 5 Ferkel, mit denen er als „Farmer“ neu anfangen wollte. Zwar konnte er nach einem Jahr seinen Viehbestand verdoppeln, aber bald konnte er wegen der ständigen Verarmung der Bevölkerung, seine Produkte nicht mehr absetzen. Gleichzeitig ist seine Wirtschaft auch von der damaligen Dürre schwer getroffen worden. Im Juni 1998 beschädigte auch das Hochwasser der Marosch stark seine „Farm“, so dass er im nächsten Winter das Futter für den Restbestand von 5 Kühen, 6 Kälbern, 4 Pferden und einigen Schweinen nicht mehr sichern konnte. Um seine Wirtschaft trotzdem zu retten, wollte er von den Banken einen Kredit in Höhe von 10 bis 15 Millionen Lei (Stand: 1999) aufnehmen, doch so kleine Beträge wurden ihm nicht gewährt. In seiner Verzweiflung überlegte Caraba, die Möglichkeit endgültig nach Amerika auswandern.

Dass es - wenn auch nur in seltenen Fällen - in der Landwirtschaft auch besser zugehen kann, hatten einige Musterfirmen gezeigt. Zu diesen gehörte 1999 die Handelsgesellschaft „SC PIONER HI-BRED AGRO SRL“, die auf ihren Feldern 20 Mais-, 17 Sonnenblumen- und 3 Sojahybriden angebaut hat. Auch der Landwirtschaftsverein „Vladilact“ erzielte gute Ergebnisse mit seiner Rinderfarm, die aus 420 Rindern und 185 Milchkühen bestand. Auch der Landwirtschaftsverein „SCA Marculescu“ konnte damals eine Schweine- und Rinderzüchterei vorweisen, die ein musterhaftes Beispiel für diesen Bereich darstellte. Schließlich gab es noch den Einzelbauern Marcel Moraru, der in einem 600 qm großen Glashaus Gemüse von höchster Qualität produzierte. Dies waren aber nur „Schwalben“, die noch keinen Frühling in die verfehlte Agrarpolitik des Landes brachten, wie das Tagesblatt „Observator aradean“ im Juli 1999 schrieb.

Über die Kommunalwirtschaft gebe es laut Aussagen des Gemeindeoberhaupts „sowohl Gutes als auch Negatives“ zu berichten. Wie die BZ im April 2002 schrieb, sollen die Straßen der Gemeinde „reparaturbedürftig“, oder anders ausgedrückt in schlechtem Zustand gewesen sein, weil das Bürgermeisteramt andere Prioritäten setzte. Man betrachtete dort das Trinkwassernetz, den Erdgasanschluss und die Renovierung der Schule als vorrangig. Wie in den Gemeinden des Banats, fehlt auch im Arader Land das nötige Geld in den Gemeindekassen. Aus dem Staatsbudget flossen nur sehr geringe Beträge nach Glogowatz, und da hier die Wirtschaft lahmgelegt ist, zahlt man kaum noch Steuern. Die Bevölkerung und besonders die vielen Arbeitslosen leben zumeist als Selbstversorger mit Hilfe des Bodens, den sie durch das Bodengesetz erhalten haben.

Wie die „Adevarul“ im Jahre 2001 mehrmals berichtete, wurde der im Jahre 2000 zum Bürgermeister gewählte Ioan Pantos in eine Affäre verwickelt, für die viel Papier verbraucht wurde. Trotz leerer Kassen zahlte er hohe Beträge als Reparaturkosten für das Kulturheim, die aber für die Errichtung eines Jugendhauses, also in eine nicht genehmigte Investition flossen. Mit 30 Millionen Lei bezahlte er auch den Wasserverbrauch des Sportvereins. Dazu kommen auch noch die vom Gemeinderat nicht genehmigten Ausgaben, oder der Verkauf von (gewesenen deutschen) Häusern aus dem Staatsfond an unberechtigte Personen. All diese Tatsachen wurden nach einem Streit von einigen Gemeinderatsmitgliedern dem Arader Präfekten vorgetragen.

Während verschiedene Untersuchungsausschüsse sich bemühten, den geschilderten Fall zu klären, verkleidete sich der Gemeindepolizist Istimie Alb als Pfarrer und drang so in das Pfarrhaus ein, mit der Absicht zu stehlen. Laut Tageszeitung „Evenimentul zilei“ (Tagesgeschehen) verübte der Staatsdiener diese Tat im betrunkenen Zustand in der Osternacht des Jahres 2001. Er steckte bei dieser Gelegenheit aus dem Haus 300.000 Lei (etwa 10 Euro), ein Mobiltelefon und eine goldene Uhr in die eigene Tasche. Wem kann man nach so einem Fall in „Vladimirescu“ noch trauen?

Oktober 2002                                                                                                           Anton Zollner